Runder Tisch
liefert Ideen
Das
virtuose A-cappella-Ensemble Octuor Contretemps stellte an zwei Konzerten
im «Spirale»
ihre neue CD vor. In diesem Musiklokal ist vor zehn Jahren der achtköpfige
Chor entstanden.
Am grossen Tisch in der Künstlergarderobe nach einen Konzert in der «Spirale»
entstand vor zehn Jahren die Idee zu einem neuen Gesangsensemble. Acht Stimmen
sollte es umfassen, demokratisch geführt ohne Leitung auskommen und der virtuos
gesungenen vermeintlich leichten Muse gewidmet sein. Fünfzig Konzerte später
kehrte die Gruppe an den Ort in ihrer Entstehung zurück - wegen grosser
Nachfrage gleich an zwei aufeinander folgenden Abenden.
Bis heute ist das vier Frauen und vier Männer umfassende Oktett Octuor
Contretemps aus der Region Freiburg dem ursprünglichen Konzept treu geblieben.
Administrative und repräsentative Arbeiten hat die Gruppe zwar mittlerweile an
einzelne Mitglieder delegiert, das Repertoire mit raffiniert arrangierten
populären Melodien wird aber noch immer quasi basisdemokratisch erarbeitet.
Erstaunlicherweise merkt man dies der Musik überhaupt nicht an. Wie aus einem
Guss klingen die Lieder, wie aus einer Kehle tönt der Vokalkörper auch in
komplexeren Harmonien.
Ensemble leitet sich selbst
Da steckt viel Arbeit
dahinter. «Wir proben einmal pro Woche, immer bei einem anderen Mitglied»,
beschreibt Carl-Alex Ridoré, Bassstimme und Präsident die Übungsweise des
Ensembles. «Wir erarbeiten alles gemeinsam und sitzen dabei oft an einem
grossen Tisch. Neue Lieder können von allen vorgeschlagen werden und bekommen
eine Chance.» Die Stücke würden einstudiert und an den folgenden Proben immer
wieder gesungen, bis sie definitiv ins Repertoire aufgenommen oder daraus
verbannt würden, fügt Ridoré an.
Auch in anderen Chören
Vokaltechnik und
Stimmbeherrschung kommen nicht von ungefähr. Nach Gesangsausbildungen am
Freiburger Konservatorium wirkten mehrere Mitglieder des «Octuor» in
renommierten Chören der Westschweiz mit, etwa dem Choeur des XVI unter André
Ducret sowie dem Ensemble Vocal von Michel Corboz oder tourten mit dem
International Youth Choir durch Südamerika, Russland oder Japan.
Songs aus aller Welt
Die beiden Konzerte
in Freiburg standen ganz im Zeichen des neuen Tonträgers «Oct's Story». Mit
witzigen Präsentationen führte die Gruppe durch den Abend und bestritt ein
virtuoses Gesangsprogramm gespickt mit populären englischen Songs und
französischen Chansons. Neben Volksliedern aus Deutschland, Finnland, Haiti und
Nigeria kam das Publikum in den Genuss eines fetzigen Abba-Medleys. Als ob die
süssen Popmelodien schon immer für zwei Soprane, zwei Tenöre, zwei Alt,
Bariton und eine Bassstimme geschrieben worden wären.
Romano P. Riedo
Die neue CD des Octuor Contretemps, «Oct's Story», ist in Freiburger
Plattenläden erhältlich oder kann ebenso wie das Erstlingswerk auf der
Homepage www.octuor.net bestellt werden.